3.7.2020-A-II-13.W.-1-Thomas-Herz Jesu Fr.-(Eph.2,19-22/Joh.20,24-29)

Heute Vormittag würden +/- 200 Pilger, Senioren, Kranke , Behinderte aus Ostbelgien den Wallfahrtsort Banneux ansteuern, um bis Dienstag Morgen dort mit +/- 100 Pflegerinnen und Pflegern das jährlich Triduum deutscher Sprache zu erleben. Tage der Besinnung, der Begegnung, des Gebets, der Gottesdienste, der Freude und Gemeinschaft. Leider fallen diese Tage der Coronakrise zum Opfer.

Trotzdem wollen wir einander verbunden sein und in Gedanken und Gebet unter dem Schutz der „Jungfrau der Armen“ diese Tage auf Abstand erleben.

Wir beginnen an diesem Herz-Jesu-Freitag und dem Festtag des Apostels Thomas, der uns mit unseren Fragen, Unsicherheiten und Zweifeln am besten verstehen kann. Er hilft uns, seinen Weg mitzugehen und den Auferstandenen nicht nur nach den wörtlichen Berichten der anderen anzuerkennen, sondern an Seinen Wunden. Ja auch viele Menschen unserer Zeit sind Wunden geschlagen worden und werden es immer noch in vielen Ländern und auch bei uns. Hier führt uns Thomas nicht vorbei, zu besseren Orten, sondern lässt uns all diese Verletzungen am Leib Christi sehen und Ihn, den Auferstandenen in grosser Solidarität mit ihnen. In diese Richtung verstehen wir auch das Wort der Jungfrau Maria an Mariette „ich komme das Leid zu lindern“. Diese schönen Worte sind keine leeren Versprechen, sondern stützen die Erfahrung zo vieler, dass nicht nur in Banneux, so viele Leiden mit getragen und erleichtert werden, durch Mitmenschen und ihre Hilfe, und dies immer in „Christus, dem Auferstandenen“, – Geheimnis des Glaubens par excellence.

„Herr Jesus Christus, wir wollen Deiner Liebe und unserer Mutter Maria vertrauen und ihr folgen. Sie führt uns zu Dir, in die Mitte der Allerheiligsten Dreifaltigkeit der Liebe. Hier sind wir gut aufgehoben und geborgen.“

2.7.2020-A II-13.W.-1- Maria Heimsuchung-Wiltrud-Jakob Bussereau- (Röm.12, 9-16/Jes.12,2-3/ Lk.1,39-56)

Ein Besuch, eine Begegnung nach einer eigenen Begegnung und einem langen Weg zur Kusine. Maria, die ganz junge Frau, mit der Botschaft des Engels Gabriel an sie unterwegs zur älteren Verwandten, Elisabeth, der Frau des Priesters Zacharias, im 6. Monat ist diese betagte Frau schwanger. Beide überrascht durch Gottes Eingreifen, beide aus der Lebensplanung und Lebensgestaltung herausgeworfen. Nun die Begegnung, die Begrüßung und die gemeinsame Zeit in Ein Karim. Maria begegnet Elisabeth, und zugleich begegnen sich die beiden zukünftigen Verkünder: Johannes bewegt sich im Schoss seiner Mutter, weil ihm der künftige Erlöser in Maria ganz nahe kommt.

Beide Frauen, die werdenden Mütter brechen nun in Dank und Jubel aus: Elisabeth preist Maria als jene, die Mutter des Erlösers, des Herrn. Maria steht innerhalb der Frauengemeinschaft mit einer besonderen Ehre. Sie wird selig gepriesen, weil sie geglaubt  hat, was der Herr ihr sagen liess.

Maria stimmt nun ihr Loblied auf Gottes Wirken an, ihr Magnifikat. Sie lässt die gesamte Heilsgeschichte Gottes mit Seinem Volk in diesem Hymnus anklingen.

Nach drei Monaten, nach der Geburt des Johannes, kehrt Maria in ihre Heimat zurück, um mit Joseph die Geburt ihres Kindes vorzubereiten.

„Herr Jesus Christus, ab dem Moment da Deine Geburt der Mutter Maria angekündigt wurde, ist sie „gesegneten Leibes“ und wird selbst als selig bezeichnet. Du bist der Grund dieser Seligkeit Mariens, und ihr JA-Wort, ihre Bereitschaft ebenfalls. Wir danken dir, dass Du uns in Deiner Mutter Maria den Weg mitgehen lässt von Deiner Menschwerdung in ihr, bis zur Aufnahme in den Himmel beim Vater. Danke Herr, Du besuchst Maria, und durch sie geht Dein Kommen auf andere über, bis zu uns hin.“

1.7.2020-A-II-13.W.-1-Theoderich-Fritz Gerlich-(Am.5,14-15.21-24/50/Mt.8,28-34)

Die Gegend von Gadara und einige Bewohner sind gefürchtet, weil es eine Gefahr ist- so denken es viele Menschen. Jesus geht in dieses Gebiet hinein und aus den Grabhöhlen laufen Ihm zwei Gestalten entgegen. Sie kommen auf Jesus zu und schreien Ihm ins Gesicht „was haben wir mit Dir zu tun, Sohn Gottes? Bist Du gekommen, um uns schon vor der Zeit zu quälen?“

Was meinen sie? Was denken sie? Wieso wissen sie von Jesus uns, nennen Ihn schon „Sohn Gottes?“. Vielleicht sind Aussenseiter und Gemiedene auch offener als der Mensch der Gewohnheit.

Sie spüren, dass bei Jesus kein Bleiben ist, ohne Veränderung -und sie bitten, in die Schweineherde einfahren zu dürfen.  Jesus lässt es zu, und sie entfernen sich und fahren in die Herde und diese stürzen sich den Abhang hinunter und kamen in den See, wo sie ihr Leben verlieren.

Die Hirten der Tiere fliehen nun in die Stadt und berichten alles, was mit den Besessenen geschehen ist. Die Menschen ziehen zu Jesus hinaus und bitten Ihn, ihr Gebiet zu verlassen.

Eine ganz eigenartige Geschichte, ein unverständliches Geschehen für uns.

Und doch spüren wir, dass in Jesus das Heil Gottes unter uns erschienen ist und nun wirkt.

„Herr Jesus Christus, Du stellst die unfrei machende Macht bloss, sie muss Farbe bekennen. Dann kannst Du ihr raten oder auch gebieten, die Menschen nicht zu knechten, sondern zu befreien. Dafür loben wir Dich und unterstellen uns Deiner machtvollen Liebe.“

30.6.2020-A-II-13.W.-1-Otto- die ersten heiligen Märtyrer v Rom-Donatus-Bertram-Erentrud-Theobald/Thibault-Ernst v Prag-Primiztag(Am.3,1-8;4,11-12/5/Mt.8,23-27)

Der Sturm auf dem See, der ganz plötzlich auftritt, ist auch BILD FÜR ALLE UNVORHERGESEHENEN PLÖTZLICHEN EREIGNISSE, DIE MENSCHEN UND VÖLKER AUS DER BAHN WERFEN. Inmitten dieser Katastrophen, Pandemien, Rückschläge und Misserfolge scheint der Herr zu schlafen. Er regt sich nicht, greift nicht ein, ist abwesend oder tatenlos. Jene rufen und schreien: „Herr, rette uns, wir gehen unter.“ Wie viele haben das schon bei Kriegen, Unwetter und auch in dieser Epidemie gerufen?

Jesus fragt (etwas naiv, oder?): „warum habt ihr solche Angst, ihr Kleingläubigen?“ Wieso versteht Er sie nicht, ihre Lage ihre Angst?

Dann erhebt Er sich, droht dem Wind, dem See… und es wurde völlig still. So einfach?

Ja, was ist denn Glaube, was glauben? Ein lebenslanger Lernprozess.

„Herr Jesus, mit diesem Tag geht schon das erste Halbjahr 2020 zu Ende. Was war es bisher? Haben wir gelebt? Wie? Wovon? Woraus? Wofür? Und wo Warst Du in diesen Monaten? Wo bist Du heute?

Manchmal kommen wir aus unseren Fragen (und Zweifeln) nicht heraus. Hast Du eine Antwort? DU bist die Antwort. Hilf uns, im Glauben zu wachsen.“

29.6.2020-A-II-13.W.I-Petrus und Paulus- Beata-Judith-Raimund Lull-(Apg.12,1-11/34/2.Tim.4,6-8.17-18/Mt.16,13-19)

Unterschiedlicher könnten sie nicht sein, und doch aufeinander verwiesen, aufeinander angewiesen. .. Petrus und Paulus (Simon und Saulus). Dies erlesen wir aus der Tradition der Kirche und aus vielen Stellen des Neuen Testamentes. Mittelpunkt in ihrem Leben und Wirken wird eines Tages (plötzlich, oder seit langer Hand vorbereitet) Jesus von Nazareth. Was hat den Fischer Simon am See Genesareth denn so beeindruckt an Jesus, an Seiner Person, an Seiner Botschaft, an Seiner Art? Was hat den jungen Pharisäer und Eiferer so wütend gemacht gegen Jesus und die ersten Jünger? Und  was hat ihn schliesslich von seinem „hohen Ross“ heruntergerissen?

Wir ahnen manches, wissen es aber nicht genauer.

Was hat denn Jesus so sehr zu Petrus (und Andreas, Johannes und Jakobus ) hingezogen? Was hat Ihn angetrieben, Saulus nicht aus den Augen zu lassen? Auch hier müssen wir passen.

Auf jeden Fall sind beide für den Beginn und die Ausbreitung der Frohen Botschaft und der Christengemeinden nicht wegzudenken.

Sie gehören zu den Gründerfiguren, jedoch nicht einfach Schwärmer, Charismatiker oder Organisationstalente. Von all dem etwas, und doch viel mehr. Zwischen Jesus und den beiden so unterschiedlichen Männern und Glaubenden ist ein Funke übergesprungen: aus Liebe zu ihrem Volk und zu ihrem Glauben waren beide auf der Suche nach Einsatz und radikalem Dienst, und Jemand suchte sie, als auserwählte Werkzeuge und Zeugen waren sie nach dem Herzen Jesu.

Auf ihrem je eigenen Rhythmus des Fortschritts waren sie nicht mehr aufzuhalten, ihre Schwächen und Fehler konnten sie nicht entmutigen, und der Herr liess ihnen die Freiheit, deutet ihnen jedoch Seine besondere Auswahl zu einem Werk, das sie weit übersteigen und überfordern  würde, in das sie sich aber mit Haut und Haaren für immer hineinnehmen liessen.

Kein Zweifel: Petrus und Paulus sind gross, weil sie auch ganz klein zu sich stehen konnten und Jesus nie ganz aus dem Herzen verloren haben (wie leider Judas).

„Herr Jesus Christus, Dein Werk und Deine Geschichte mit den Menschen ist spannend, damals und heute. Wer hätte Dir je eine Zukunft gegeben, damals- nur einige „ver-rückte“ Männer und Frauen, Kinder und Jugendliche, die es wagten, Dir zu folgen. Dein Tod und Dein Begräbnis haben sie stark erschüttert, doch nicht ganz hingeworfen, sie haben begonnen, weiterzumachen. Gott und Dir sei Dank. Davon sind wir heute berührt, und wir sind gerufen, trotz aller Verluste, Schwächen und Ängste, weiterzumachen: DU bist der Christus, der SOHN des LEBENDIGEN GOTTES. Glücklich wer sich den beiden Aposteln und der Jüngergemeinde heute anschliesst und bereit ist zu fragen: „was kann ich denn tun und beitragen?“